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Der Untertan ArtikelDer Untertan ist ein satirischer Roman von Heinrich Mann, der zwei Monate vor Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 abgeschlossen wurde. Er erschien erstmalig 1916 in Buchform und war vor allem nachdem Ersten Weltkrieg sehr erfolgreich. Der Roman schließt eine Reihe wilhelminischer Bücher (z.B. In dem Schlaraffenland , Professor Unrat) Heinrich Manns ab.
Der Roman persifliert die wilhelminische Epoche Wilhelm II. und besticht durch seine genaue Analyse der Situation der damaligen Zeit. Heinrich Mann diagnostiziert in psychologischer Weise scharf und fast prophetisch die nationalistische Politik sowie die Machtverhältnisse seiner Epoche unter der Regierung Wilhelm II.
Der Roman erzählt von Diedrich Heßling, einer für damalige und auch spätere Epochen typisch deutschen Figur. Heßling ist obrigkeitshörig, unpolitisch, feige und ohne Zivilcourage. Er ist ein Opportunist, Mitläufer und Konformist, wie es ihn nicht ca. in der wilhelminische Ära, sondern auch in späteren Epochen wie 1933 oder 1945 in Deutschland gegeben hat. Heinrich Mann erzählt mit ironischer Distanz Heßlings Lebensgeschichte von dessen Kindheit bis hin zur Sicherung seiner Stellung in der wilhelminischen Gesellschaft. Er wird dargestellt als Stammtischagitator, Herr über einen Betrieb und damit Kämpfer gegen das Proletariat, Beherrscher der Familie, intriganter Kumpan des in dem Grunde verhassten Sozialdemokraten Napoleon Fischer usw.. An eine Kette solcher Episoden, denen Zitate aus Kaiserreden als Leitfaden dienen, wird Heßling einerseits als Tyrann dargestellt, dem die Hierarchie des imperialistischen Wilhelminismus Macht verschafft, andererseits als Untertan, der von der "Zugehörigkeit zu einem unpersönlichen Ganzen, zu diesem unerbittlichen, menschenverachtenden, maschinellen Organismus" geprägt ist und unter ihm leidet.
Bei einer Ordensverleihung, in der sich Heßling selber als Bürger der Zeit beschreibt, wird die Ordnung durch ein apokalyptisch anmutendes Gewitter aufgelöst.
Als kritischen Gegensatz zu Heßling lässt Heinrich Mann als Darstellung des verkümmernden Liberalismus den Vater eines Freundes, einen 1848er-Revolutionär in dem Angesicht Heßlings sterben.
Zunächst arbeitete Heinrich Mann einzelne novellistische Szenen aus, die in der Illustrierten "Zeit im Bild" seit Januar 1914 erschienen, bis die Veröffentlichung kurz nach Kriegsausbruch beendet werden musste.
1951 wurde der Roman von Wolfgang Staudte erfolgreich verfilmt.
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